Vorsicht! Elefant im Raum!

Vorsicht! Elefant im Raum!

Seit langem schreibt Michaela Steinhauer neben ihrem englischen Jazzrepertoire auch deutschsprachige Lieder und Gedichte. Nun hat sie sich einen Traum erfüllt: sie hat dieses größtenteils nie veröffentlichte Material überarbeitet, erweitert, eigenhändig illustriert und daraus ihren ersten Gedichtband erstellt. „Vorsicht! Elefant im Raum!“ befasst sich mit den Themen, über die man in aller Regel wenige Worte verliert, die aber das Leben prägen.

Ihr gleichnamiges Jazz-, Chanson- und Poetryprogramm setzt diese Texte anrührend in Szene. Singend und sich am Klavier begleitend erzählt Misha virtuos von der zerbrechlichen Schönheit des Alltäglichen. Humorvoll, melancholisch und bittersüß malt sie Tonbilder von gewöhnlichen Situationen, die so zu kostbaren Schmuckstücken werden. Der Blick einer jungen Mutter auf ihr Kind oder der der alten vereinsamten Dame aus dem Fenster, der tägliche Kampf einer Alleinstehenden und das Geschenk alter Liebe und Freundschaft sind ebenso ihre Sujets wie das Wetter, Trauer und der zum Scheitern verurteilte Versuch, Ordnung in sein Leben zu bringen.

Ihr Stil ist eklektisch. Sie bedient sich beim Jazz, Pop und Chanson, um daraus ihre eigene emotionale Klangwelt zu stricken. So lädt sie die Zuhörer ein, sich gleichermaßen zu verlieren wie zu finden, vor allem aber zu genießen. Wer leise, musikalisch hochwertige Klänge und tiefgründige Texte liebt, ist hier an der richtigen Adresse.

 

 

Aus einem Kommentar von Hendrik Jung erschienen im Wiesbadener Kurier:

... Manchmal legte Misha einfach einen knackigen, wortlosen Scat-Gesang über ihr ausdrucksstarkes Klavierspiel, manchmal wählte sie einen chansonesken Sprechgesang. Etwa bei dem bluesigen „Treppauf-Treppab“, bei dem sie die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter erzählte. „Das Kinderlachen ist ihr Lohn“, beschrieb sie mit glockig-jazziger Stimme deren wirtschaftliche Situation. Gekonnt spielte sie hier beim Intonieren der Titelzeile mit dem rhythmischen Klang der Wortkombination, verzichtete an anderer Stelle aber auch mal lautmalerisch darauf, ihre Gefühle in Text zu gießen.
Trivial war es nie, was sie zu erzählen hatte. Mit scharfer Reibung gelang ihr die packende Schilderung einer Trennung, die Mutter und Kind in die Ferne treibt, in dem Stück „Sie sieht ihn an“. „Alles ist fremd, nicht nur Sprache trennt, wir sind hier nicht zu Haus“, brachte Misha die Situation in kurzen Worten auf den Punkt. Zerbrechlich und verloren ihre Schilderung des leeren Hauses, aus dem die Kinder ausgezogen sind. Alle ihre Stücke regten zum Nachdenken an, manche aber auch zum Schmunzeln. … Dass sie jetzt seit einem Jahr in Taunusstein lebt, ist ein Geschenk. Darf man doch darauf hoffen, in Zukunft in der Region noch mehr Konzerte mit ihr zu erleben.

Goldener Whiskey

Sie sieht ihn an

Unser kleines Glück

Auf der Küchenbank